Elektroautomobil | Der Podcast zur Elektromobilität

Elektrofahrzeuge, Technologie und Infrastruktur

EAM 141: Wer bestimmt den Ladepreis – der Betreiber oder die Ladekarte?

Tamara Ciullo von Cariqa über dynamische Ladepreise und direkte Betreiberpreise

29.10.2026 38 min

Zusammenfassung & Show Notes

Gleiche Ladesäule, gleicher Strom – und trotzdem ein anderer Preis, je nachdem, welche App oder Ladekarte man zückt. „Am Lademarkt entscheidet heute die Zahlungsmethode oder die Zugangsmethode den Preis", sagt Tamara Ciullo. Mit Cariqa will sie das ändern: Wer lädt, soll den Preis des Ladestationsbetreibers zahlen, egal auf welchem Weg.

Der nächste Schritt sind dynamische Ladepreise. Schnelllader sind im Schnitt nur zu 8 bis 14 Prozent ausgelastet, rentabel werden sie erst ab rund 20 Prozent. Günstigere Preise in ruhigen Stunden sollen die Nachfrage verschieben. Wie das in der Praxis wirkt, zeigt TEAG Mobil: Nach der Umstellung stieg die Zahl der Ladevorgänge über Cariqa auf das Siebenfache, und die Spitzenstunde um 17 Uhr verlor deutlich an Gewicht. Außerdem erklärt Tamara, ob die Ladepreis sich bald so sprunghaft ändern könnten wie beim Tanken – und was Cariqa dagegen unternimmt.

Zu Gast ist Tamara Ciullo, Mitgründerin und Chief Commercial Officer von Cariqa. Durch die Folge führen Marcus Zacher und Valentin Buss.

Themen der Folge
  • (01:30) Cariqa: von der Lade-App zur Zahlungsinfrastruktur
  • (06:15) Zeitbasiert oder smart: Was sind dynamische Ladepreise?
  • (09:27) Wie an der Tankstelle? Warum sich die Preise nur einmal pro Woche ändern
  • (12:43) 8 bis 14 Prozent Auslastung: Preise in beide Richtungen
  • (16:00) Vom Betreiber in die App: wie Preis und Geld fließen
  • (19:13) Ein Preis für jeden Zahlungsweg – und wie dynamisch es noch wird
  • (25:28) Direkter Preis statt Aufschlag: Cariqa als Marktplatz
  • (32:12) Praxistest bei TEAG Mobil: siebenmal mehr Ladevorgänge
  • (35:52) In eigener Sache: Wir suchen Verstärkung fürs Podcast-Team
Passend zu diesem Thema:
•   Episode 127: Preis-Chaos an der Ladesäule – das sind die Hintergründe: https://www.elektroautomobil.com/newsbeitrag/eam-podcast-127/

•   Episode 131: Alles rund ums Laden – Teil 1: Diese Begriffe sollte man kennen: https://www.elektroautomobil.com/newsbeitrag/eam-podcast-131/

Über den Gast
Tamara Ciullo hat Cariqa 2022 in Berlin mitgegründet und verantwortet dort als Chief Commercial Officer das Geschäft mit Partnern und Kunden. Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit startete sie ihre Laufbahn beim Navigations- und Kartenspezialisten HERE Technologies. Seit mehr als sieben Jahren arbeitet sie an der Schnittstelle von Mobilität und Technologie. Ihr Ziel bei Cariqa: Wer ein E-Auto lädt, soll den Preis des Betreibers zahlen – egal mit welcher App oder Karte.

Über Cariqa
Cariqa ist ein 2022 gegründetes Start-up aus Berlin, das eine direkte Zahlungsinfrastruktur fürs Laden von E-Autos betreibt. Ladestationsbetreiber stellen ihre Preise selbst ein, und Cariqa reicht sie unverändert an Apps wie A Better Routeplanner, HERE WeGo, Chargeprice oder clever-tanken weiter – dort kann man dann direkt laden und bezahlen. Cariqa verdient über eine Transaktionsgebühr, die der Betreiber trägt, nicht über einen Aufschlag auf den Strom. Zu den Partnern zählen unter anderem Mer, Pfalzwerke, EWE Go und TEAG Mobil.

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Abschluss
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Mehr zu Ladepreisen, Ladekarten und Ladeinfrastruktur findest du auf elektroautomobil.com.

KI-Hinweis
Teile der Shownotes wurden mithilfe von KI erstellt und vor Veröffentlichtung redaktionell geprüft.

Transkript

Valentin Buss
00:00:00
Gerade jetzt, wo Sprit so teuer ist, steigen viele aus Kostengründen aufs E-Auto. Wie sehr sich das lohnt, hängt natürlich stark von den Ladekosten ab. Und was für eine Rolle dabei das dynamische Pricing spielen kann. Und was das überhaupt ist, darüber sprechen wir heute. Also los geht's.
Marcus Zacher
00:00:21
Diese Episode wird unterstützt von Kumho Tire. Herzlich willkommen zu einer neuen Episode des Elektroautomobil-Podcasts. Hier am Mikrofon begrüßt euch Marcus Zacher. Ich bin Chefredakteur des Magazins Elektroautomobil.
Valentin Buss
00:00:34
Ich bin Valentin Buss, Zukunftsforscher mit fast 20 Jahren Branchenerfahrung.
Marcus Zacher
00:00:39
Das dynamische Pricing, darüber sprechen wir heute und werden auch erfahren, das genau ist, wie das funktioniert. Eins schon mal vorab, wenn man heute ansonsten ja an eine Ladestation fährt, dann kennt man das ja üblicherweise, dass es einen fixen Preis gibt. Der hängt dann vielleicht davon ab, welche Ladekarte man nutzt, aber grundsätzlich ist der immer gleich, egal zu welcher Uhrzeit oder an welchem Tag man sein Auto an die Ladestation hängt. Das vielleicht nicht immer so sein wird und dass wir da vielleicht ein bisschen mehr Dynamik rein bekommen, das zeichnet sich so ein bisschen ab. Ob es so weit geht, dass wir Verhältnisse haben wie an der Tankstelle, werden wir heute sprechen. Und zwar mit Tamara Ciullo, sie ist Co-Founderin und CCO bei Cariqa. Herzlich willkommen hier bei uns im Podcast. Ja Tamara, bevor wir hier gleich mal einsteigen in das ganze Thema, vielleicht vorab. Ich habe dich angekündigt, du bist CCO und Co-Gründerin von Cariqa. Ich gehe mal davon aus, dass sich noch nicht alle von unseren Zuhörern und Zuhörerinnen kennen. Vielleicht magst erstmal ein paar Infos zu eurem Unternehmen hier droppen, was ihr macht, wenn ihr gegründet wurde und was genau da deine Rolle ist.
Tamara Ciullo
00:01:54
Ja, vielen lieben Dank, dass ich hier sein darf. Ich bin die Tamara, einer der Mitbegründer bei Cariqa. CCO, also kümmere mich alles Kommerzielle. Ich erkläre gerne Cariqa, erst mal mit dem Problem anzufangen. Dadurch kann ich Cariqa viel besser erklären. Wir haben Cariqa gegründet, weil wir festgestellt haben, dass einiges am Markt nicht so richtig funktioniert. Im Markt sehen wir oft das Tankkartenprinzip, das wir von der Tankstelle kannten, mit den Karten und mit den Ladeapps. Das wurde eigentlich aus dem Tankkartenprinzip der Flotten übernommen und einfach auf den Privatmarkt übertragen. Das haben wir Cariqa gesehen und das hat eben viele verschiedene Auswirkungen auf uns als E-Autofahrer. Und es ist eben, wie du gesagt hast, Marcus, dass man an eine Ladesäule hinfährt und je nachdem, welche App oder welche Ladekarte ich in dem Moment zücke, dass ich dann verschiedene Preise von verschiedenen dieser Anbieter zahle. Also im Prinzip am Lademarkt heute entscheidet die Zahlungsmethode oder die Zugangsmethode zur Ladestation den Preis, den ich schlussendlich für die Energie bezahle. Und genau dieses Problem haben wir am Markt gesehen und das bringt mich jetzt auch dazu, was Cariqa ist. Cariqa ist im Prinzip ein direkter Marktplatz, in dem Ladestationsbetreiber direkt ihre Energie verkaufen können. Und das über den Ad-hoc-Preis an der Ladestation hinaus. sondern direkte Preise auch online sozusagen. Wir stellen praktisch die Zahlungsinfrastruktur zur Verfügung, indem der Ladestationsbetreiber dann Energie direkt auf verschiedenen anderen Plattformen verkaufen kann, wie zum Beispiel Apps oder verschiedene Plattformen im Auto in der Zukunft auch. Und genau da geht der Lademarkt dann auch hin. Wir sind im Prinzip dafür da, Nachfrage und Angebot miteinander wieder zu verbinden. damit auch der an Nachfrage in Angebot den Preis steuern können und nicht die Zugangsmethode.
Valentin Buss
00:03:52
Also ich kannte Cariqa bisher als Ladeapp. Ladeapps gibt es ja viele und wahrscheinlich auch mehrere, das mehr oder weniger den Ad-hoc-Preis durchrouten. Aber jetzt habe ich verstanden, ihr macht noch mehr als nur die Ladeapp.
Tamara Ciullo
00:04:05
Genau, auf jeden Fall. Also, Cariqa, hast du vollkommen recht. Wir haben angefangen als Ladeapp. War noch ganz, ganz am Anfang bei Cariqa ein weiterer Wiederverkäufer, also eine weitere App in diesem ganzen Wirrwarr an Apps. Haben dann aber, wie gesagt, festgestellt, dass es einfach ein blödes Businessmodell ist für einen Markt, der jetzt einfach auch wächst am Massenmarkt. Und deshalb haben wir gemerkt, dass eigentlich eine weitere Ladeapp am Lademarkt wirklich gar nichts bringt. Cariqa hat dann zwar noch eine App, wir haben eine App, da kann man auch direkt bei den Ladestationsbetreibern die Energie kaufen. Aber Cariqa ist viel mehr als das. Wir haben eine API, die sich integriert praktisch in viele andere Apps. Also du kannst zum Beispiel HERE Technologies nehmen mit HERE WeGo oder A Better Routeplanner. Also Apps, die bisher keinen Laden anbieten oder nur Ladepreise anzeigen oder Ladestationen anzeigen, können auf einmal jetzt tatsächlich Laden anbieten und das Bezahlen anbieten durch die Integration von Cariqa. Und was dabei wichtig ist, ich als Nutzer von A Better Routeplanner kann dann zum Beispiel direkt bei TEAG Mobil kaufen oder direkt bei Mer oder Pfalzwerke und muss nicht praktisch dann nochmal in eine weitere App rausgehen und dann mit der weiteren App bezahlen oder meine Kreditkarte zücken, sondern ich kann einfach aus A Better Routeplanner für den direkten Preis von dem Ladestationsbetreiber bezahlen. Und das ist da, wir hinwollen, weil dann hat man eine Integration und ganz, ganz viele Möglichkeiten, E-Auto-Fahrer zu erreichen, wo sie so oder so sich so schon tummeln.
Marcus Zacher
00:05:42
Ich glaube, Ansatz, nicht die 25. Ladeplattform einzustellen, ist glaube ich ganz sinnvoll, weil da gibt es eigentlich schon genug und es bündelt sich auch immer mehr, beziehungsweise aktuell beobachte ich eigentlich, dass man für jeden Betreiber eine eigene App installiert, damit man halt irgendwie von den etwas günstigeren Preisen profitieren kann und das macht es natürlich auch unattraktiv, eigentlich verschiedene Anbieter zu nutzen. Wenn man dann halt immer für jeden Anbieter mehr oder weniger die App braucht, ist er dann halt an den vollen Ad-hoc-Preis und der ist halt oft relativ teuer. Wenn wir jetzt vielleicht mal so zum dynamischen Pricing kommen, was bedeutet das eigentlich? Also irgendwie ist ja schon klar, Dynamik heißt schon mal nicht statisch, aber vielleicht kannst du die Idee dahinter so ein bisschen erläutern.
Tamara Ciullo
00:06:31
Ja, super gerne. Wie du sagst, Dynamisch wird in der Industrie auf verschiedene Weisen verwendet. Und ich finde, bei Dynamisch muss man unterscheiden zwischen rein zeitbasiert Dynamisch und intelligenzbasiert Dynamisch. Zeitbasiert sind zum Beispiel Preise, die sich je nach Tageszeit ändern. Die können sich zum Beispiel stündlich ändern. über den ganzen Tag hinweg. Öfter werden hier Tagpreise und Nachtpreise von Betreibern genutzt, eben nachts die Auslastungsraten nach oben zu schrauben und Users einfach zu incentivieren, nachts dann zu laden. Dann gibt es intelligent gesteuerte Preise, welche zum Beispiel auf Auslastungen beruhen. Und das ist zum Beispiel das, wir auch bei Cariqa anbieten. Also wir bieten beides an. Du kannst entweder manuell dynamisch anpassen oder smart auslastungsbasiert anpassen. Und das bezieht sich dann tatsächlich auf die Nachfrage der Ladestation. Und da kann man dann wirklich jede einzelne Ladestation eigen bepreisen. Also im Prinzip hat jede einzelne Ladestation ein ganz einzigartiges Auslastungsmuster. Und das ist vielleicht anders als bei einer Ladestation, die fünf Kilometer weiter weg ist. Und deshalb ist es so wichtig, man als Betreiber weiß, diese Ladestation hat eine ganz andere Auslastungsdynamik als die an der Autobahn. Deshalb muss diese anders bepreist werden zu anderen Tageszeiten. Und genau das sind Dynamiken, die jetzt an den Markt kommen durch diese dynamische Preissetzungen. Also auslastungsbasiert oder zeitbasiert zum Beispiel.
Marcus Zacher
00:07:58
Wie kann ich mir das jetzt vorstellen mit der Auslastung? wird ja jetzt nicht, wenn da drei Leute anstecken, nächste Minute der Preis hochspringen, sondern das ist wahrscheinlich eher eine Rückschau irgendwie in die Historie.
Tamara Ciullo
00:08:11
Genau, also bei Cariqa in die smarten Preise gehen verschiedene Faktoren mit ein. Also wir haben natürlich keine Kugel, in der man in die Ferne schauen kann und dann weiß, wie wird die Auslastung am Freitag 14 Uhr tatsächlich sein. Also das können wir nicht für die Zukunft vorhersagen natürlich. Aber was wir machen können, ist zu prognostizieren, basierend auf verschiedenen Gegebenheiten, die in der Vergangenheit stattgefunden haben. Wie zum Beispiel vergangene Auslastungsmuster. Wir sammeln täglich 70 Millionen Datenpunkte in ganz Europa, die zum Beispiel dazu führen, dass wir wissen, ist eine Ladestation besetzt oder nicht besetzt. Das sind Daten, die alle bekommen. Und dadurch kann man natürlich Vorhersagen machen. Je länger man Daten über eine Ladestation sammelt, weiß man, ob diese Ladestation sehr wahrscheinlich am 28.11. 14 Uhr belegt sein wird oder nicht. Einfach darauf basierend. Dann fließen aber in unsere smarte Preise noch andere Dinge rein, wie zum Beispiel Feiertage oder Verkehrslagen oder Wetter. Also all diese Dinge, wirklich Laden beeinflussen oder zum Beispiel Supermärkte in der Nähe ist ein Riesendriver, wenn es darum geht, wann Preise höher oder niedriger sind. Und das fließt alles dann in diese smarte Preissetzung mit rein.
Valentin Buss
00:09:25
Das klingt für mich bisschen so, wie man das von der Tankstelle kennt. Da ist es auch hoch frequentiert, oft direkt an der Autobahn. Die sind da natürlich teurer. Dann gibt es auch mal ein paar Regeln. Am Montag ist es noch teurer, weil alle nach dem Wochenende tanken müssen. Das basiert ein Stück weit auf Prognosen und gesammelten Erfahrungen über die letzten Jahrzehnte. Aber das würde heißen, dass wir da eine ähnliche Dynamik reinbekommen. wie an der Tankstelle. Vielleicht in der Tankstelle nennt sich der Preis nicht sekündlich, aber alle paar Stunden hat sich der Preis geändert. Und wird es dann so auch an der Ladestation sein? Und dann noch ein zweiter Punkt, wenn ich jetzt einen Ladepark habe, wo vielleicht acht Ladestationen stehen, da wird dann aber wahrscheinlich nicht für jede einzelne Säule ein separater Preis berechnet, sondern mal standortbasiert.
Tamara Ciullo
00:10:16
Genau, ich fange mal mit deiner letzten Frage an. Genau, ist es wirklich standortbasiert? Es würde keinen Sinn machen, dann zwei Ladestationen weiter rechts, das dann viel günstiger ist, jeden Fall standortbasiert. Und zu deiner ersten Frage, es ist wichtig, dass Planbarkeit da ist und auch Transparenz. Ich glaube, das sind die wichtigsten Dinge. Und ich finde, bei Tankstellen hat man oft diese Transparenz nicht. Also man sieht nicht die Kurven eine Woche vorher, wo es hingehen sollte. Und das finde ich eben im Tankstellengeschäft nicht so toll. Aber Was durch Energie und im Lademarkt geändert werden kann, ist, du kannst mehr vorhersagen. Und zum Beispiel unsere smarten Preise verändern sich nur einmal pro Woche. Das heißt, jeden Sonntag refresht sich das Modell und dann werden die Preise wieder publik gemacht. Das heißt, ich als E-Auto-Fahrer habe eine gewisse Planbarkeit und ich habe eine gewisse Transparenz eben auch, dass ich sagen kann, hey, freitags habe ich eine Meeting-Lücke, da kann ich kurz mein Auto... zwei Straßen weiter unten anstecken, da ist es günstig, dann kann ich da kurz hinfahren und es für Freitag planen, selbst wenn heute Montag wäre. Und genau das ist diese Planbarkeit, die wir reinbringen können im Vergleich zu Tankstellen, wo man diese Infos eben nicht hat, wie sich das verändern kann. Und deshalb ist es uns wichtig, eben Auslastungslücken zu füllen für die Betreiber, müssen die Nutzer transparent und vorab davon informiert werden. Und das geht eben nicht, wenn man das isoliert nur an der Tankstelle oder an der Ladesäule sieht, sondern man muss den E-Auto-Fahrer und die E-Auto-Fahrerinnen an ihr Mobiltelefon erreichen. Also man muss es wirklich sehen am Handy und darauf aufmerksam gemacht werden und ihnen auch genügend Zeit geben, darauf zu reagieren.
Marcus Zacher
00:12:09
Der Winter kann kommen! Schnee, Regen oder eisige Straßen? Mit dem Kumho WinterCraft WP52+ bist du bestens vorbereitet. Der Winterreifen von Kumho bietet zuverlässigen Grip und starke Kontrolle – für mehr Sicherheit auf winterlichen Straßen. Und jetzt gibt’s noch mehr: Bis zum 24. Dezember erhältst du beim Kauf eines Satzes Kumho Winter- oder Allwetterreifen und anschließender Registrierung auf app.kumho.de ein Kumho Blockbaustein-Set gratis dazu. Kumho WinterCraft WP52+ – dein Winter. Dein Kumho.
Valentin Buss
00:12:43
Du hast es jetzt im Nebensatz so gesagt, aber der Nutzen für die Anbieter ist dann vor allem, dass die Menschen, die Laden sich gleichmäßiger über den Tag verteilen und es nicht irgendwie einen Peak gibt, wo alle Säulen voll sind und dann eine Stunde später ist alles leer und man kann keinen Strom mehr verkaufen.
Tamara Ciullo
00:13:02
Ja, absolut. Also Betreiber haben eine Riesen-Challenge momentan. Also bisher war es für Betreiber, es ging immer darum, Deploy, Deploy, Deploy hieß es immer. Also Ladestation bauen, Ladestation bauen, wo auch immer man konnte. Jetzt geht es mittlerweile die Nutzer. Also man merkt, hey, wir müssen die Auslastung nach oben bringen. Es gibt verschiedene Studien, die zeigen, dass die Auslastungsraten bei DC-Ladestationen zwischen 8 und 14 Prozent momentan liegen. Also wirklich gering. Break-even zu erreichen für einen Ladestationsbetreiber brauchen die ca. 20%. Das bedeutet, man muss wirklich incentivieren, die Leute auch zu der Ladestation zu kommen. Und da sind vor allem für uns Nutzer, also für E-Auto-Fahrende, ist da eine riesen Möglichkeit, günstiger Energie zu kaufen. Zu Zeiten, wo dann auch wirklich niemand da steht. Die Ladestationen haben fixe Kosten. Das heißt, weitere Ladevorgang, selbst wenn es nur ein weiterer ist, in der Zeit, wo die... nicht leer stehen kann, ist das ein Riesennutzen für den Ladestationsbetreiber. Und wir sehen in verschiedenen Studien, dass die Nachfrage extrem verschoben werden kann mit Preisen. die Konsumenten reagieren. Und ich glaube, das ist extrem wertvoll für Ladestationsbetreiber. Aber auch in der Zukunft möchte man, wenn Leute Schlange stehen, möchte ich auch die Leute davon abhalten, da dann auch noch mal hinzufahren. dann würde es ja Sinn machen, man würde zu einem Betreiber gehen, vielleicht einen Kilometer weiter runter die Straße ist, wo ich dann günstiger laden kann. Und genau das kann man eben durch Preis steuern.
Marcus Zacher
00:14:38
Du hast gesagt, die Preise werden dadurch tendenziell günstiger, aber es kann ja theoretisch auch in die andere Richtung gehen, Also hohe Auslastung, wenn ich sage, ich habe jetzt standardmäßig irgendwie 60 Cent und klar vielleicht nachts, wenn keiner lädt, dann gehe ich auf 50 runter, aber wenn es kurz vor den Ferien ist oder Ferien beginnt, alle sind auf der Autobahn unterwegs, gehe ich auf 70 hoch. Das kann in beide Richtungen führen, oder letztendlich? Ja.
Tamara Ciullo
00:15:04
Absolut, ganz klar. kann in beide Richtungen gehen. Aber dadurch, dass wir diese Möglichkeiten dem Ladestationsbetreiber geben, beide Richtungen zu gehen, kann man eben auch die Zeiten ausnutzen, an denen weniger Nachfrage ist, und dann laden gehen. Ich glaube, der Energiemarkt ist einfach nun mal dynamisch. Und da führt einfach kein Weg dran vorbei. Und ich glaube, da muss man sich ganz klar bewusst sein, dass es in beide Richtungen gehen könnte. Aber ich glaube Unser Auto steht auch so oft leer. Also man kann es auch wirklich gut planen mit einem E-Auto, finde ich. Also man kann ja auch sagen, hey, jetzt bin ich zwei, drei Stunden hier, ich kaufe hier ein, dann lade ich in der Zeit. Also man hat ja auch viel mehr, viel länger Zeit, zu planen und zu laden. Und ich glaube, deshalb kann man da auch schon ein bisschen drum rumplanen, wann die Stoßzeiten dann auch sind. Und ja, deshalb auf jeden Fall kann in beide Richtungen gehen. Aber ich glaube, es ist an sich nichts, woran wir vorbeikommen können.
Valentin Buss
00:16:03
Kannst uns mal so bisschen durchführen, wie der Weg ist von einem Ladestationsbetreiber, entscheidet ja, ich möchte dynamische Preise anbieten, bis zu der Kunde sieht dann jetzt irgendwie in der App, aha, da habe ich jetzt einen dynamischen Preis. Also was muss der erst mal erfüllen? Welche Voraussetzungen gibt es da? Und wie propagiert sich dann der Preis sozusagen bis zum Kunden hin?
Tamara Ciullo
00:16:25
Ja, also im Prinzip kann bei Cariqa jeder mitmachen. Jeder Ladestationsbetreiber, klein oder groß. Unser Ziel ist es für alle, diese Zahlungsmöglichkeit eben zu bieten. Voraussetzungen gibt es dafür eigentlich keine. Also der Backend-Anbieter muss dabei sein, aber die meisten sind da dabei. Das bedeutet, muss dabei sein, sie müssen gewillt sein, mit Cariqa zu arbeiten, der Backend-Betreiber. Aber wie gesagt, die meisten Backendbetreiber, die Ladestationsbetreiber in der Regel nutzen, sind total offen uns gegenüber und arbeiten auch aktiv mit uns zusammen in Partnerschaften. Das heißt, die Grundvoraussetzung ist gegeben. Dann muss natürlich der Ladestationsbetreiber bei uns mitmachen. Das ist eine richtig einfache Sache bei uns mitzumachen. Also es muss nicht irgendwie groß technisch integriert werden oder solche Dinge. Und dann kann der Ladestationsbetreiber bei uns in der Plattform, wir haben eine Plattform, kann der Ladestationsbetreiber die Preise eintragen oder die Preise über sein Backend an uns weiterreichen. Und dann werden wir die Preise nehmen, die werden wir uns sozusagen gebunkert, unserer Konsole nennen wir das, und dann werden diese Preise propagiert an alle Schnittstellen, die Cariqa integriert haben. Da wird der Preis eins zu eins genommen, also wenn der Ladestationsbetreiber 45 Cent pro Kilowattstunde möchte, dann landen auch genau diese 45 Cent Bei A Better Routeplanner, bei HERE Technologies, bei HERE WeGo, bei Chargeprice und bei clever-tanken. Also bei all diesen in real time landen die dann sofort. Und dann geht auch, was auch richtig cool ist, das Geld. Das heißt, wenn der E-Autofahrer bezahlt, landet es dann auch sofort wieder beim Ladestationsbetreiber. Und das ist ein Riesending dieser Branche mit dieser riesen Wertschöpfungskette, die wir kreiert haben. Bleibt so viel Geld stecken zwischen E-Autofahrer und den Wiederverkäufern, dass wir bis 2035 von mehreren Milliardenbeträgen sprechen, die in dieser Wertschöpfungskette sitzen bleiben, bis der Ladestationsbetreiber dann auch endlich bezahlt wird. Und genau so läuft die Preissetzung und so läuft auch der Geldfluss wieder ab.
Marcus Zacher
00:18:36
Wenn ihr euch da jetzt Stückchen von diesem Ladepreis gönnt, wie verdient ihr dann euer Geld?
Tamara Ciullo
00:18:41
Ja, wir sind ein Transaktionsmodell. Also wie wenn jemand mit einer Kreditkarte an der Ladestation lädt, dann verlangt der Kreditkartenbetreiber eben auch Transaktionsgebühren und genauso funktioniert Cariqa.
Marcus Zacher
00:18:53
Also für den Endkunden wird es nicht teurer, sondern der Verkäufer zahlt halt eine kleine Gebühr an euch für jede Transaktion.
Tamara Ciullo
00:19:00
Genau, und diese Gebühr ziehen wir dann vom Ladestationsbetreiber ab. Aber das ist wie jede andere Gebühr, die man so oder so hat, wenn man Geld einziehen muss von irgendjemandem.
Marcus Zacher
00:19:10
Ein anderer Punkt ist ja aktuell, ich jetzt, du hattest vorhin auch schon mal die TEAG genannt und der Post, den du über die TEAG gemacht hast, das verlinkt dir auch ein bisschen der Grund, warum wir jetzt hier heute sprechen. Die TEAG ist ja dafür bekannt, dass sie ein recht einfaches Preismodell zumindest bislang hat. Also man zahlt die 49 Cent mit der Kreditkarte ad hoc oder halt auch in der App. Wie bekommt man denn als Kunde die Preisverschiebung mit, wenn man eigentlich sagt, ja, ich will eigentlich nur die Kreditkarte nutzen? Oder werde ich da weiter an den statischen Preis zahlen, den Ad-hoc-Preis, wird der teurer oder wird man das vielleicht dann auch irgendwann perspektivisch sehen an so einem Preismast, wie man es von der Tankstelle kennt und wie es ja auch schon manche Tankstellenbetreiber eingeführt haben.
Tamara Ciullo
00:19:57
Ja, die Vision von Cariqa ist, dass egal wie man lädt, egal welcher Zugangs-, welche Zahlungsmethode ich nutze, dass es der gleiche Preis ist und dass der Preis vom Ladestationsbetreiber ist. Ladestationsbetreiber können unsere Ad-hoc-Lösungen verwenden, also die QR-Code-basierte Ad-hoc-Lösung. Kreditkartenterminals können wir noch nicht, aber das ist eine Lücke. Und dadurch kann man dann praktisch mit dem QR-Code bezahlen und hat immer den gleichen Preis, der sich dann auch dynamisch verändert. TEAG Mobil in diesem Fall benutzt nicht unsere Ad-hoc-Lösung, weshalb man das dann nicht sehen würde. Aber wenn ich jetzt mit einer Kreditkarte bezahle, würde ich den Preis da eben noch nicht sehen. Dann müsste ich mit einer dieser Partner von uns laden oder mit der Cariqa-App momentan.
Valentin Buss
00:20:42
Wo siehst du von der Dynamik her so die Richtung, in die es hingehen wird? Du hattest ja vorhin gesagt, es ist aktuell möglich, am Montag schon zu wissen, was am Freitag für Preise sind. Ist für dich da das Limit schon ausgereizt im Sinne von Transparenz oder siehst du, dass es noch dynamischer werden könnte?
Tamara Ciullo
00:21:00
noch dynamischer als was wir jetzt gerade machen.
Valentin Buss
00:21:03
Ja, also noch dynamischer im Sinne von, dass ich nicht mehr heute weiß, was morgen für einen Preis gelten wird.
Tamara Ciullo
00:21:10
Es kommt drauf an, es kommt komplett auf den Ladestationsbetreiber an. Es kommt drauf an, wie der Ladestationsbetreiber seine Energie kauft. Wenn der Ladestationsbetreiber hedgt, dann kann man prognostizieren, weil dann hat er einen fixen Betrag, was er für die Energie bezahlt. Wenn der Ladestationsbetreiber am Spotmarkt kauft, dann ist es was ganz anderes. Was wir noch nicht können, was auch oft technisch an den Backends können die das noch nicht, ist eben diese 15 im Minutentakt ändernde Preise, die sich ändern während des Ladevorgangs, solche Dinge. Ich denke, langfristig könnte der Markt sich dorthin bewegen. Ich weiß nicht, wie gewillt Nutzer sind, so was zu haben und wie userfreundlich das ist, aber es wäre möglich, in der Zukunft sowas auch zu haben. Aber wie gesagt, es ist wirklich noch Zukunftsmusik, weil ganz viele das einfach auch noch nicht können. Aber im Prinzip könnte es in die Richtung gehen.
Marcus Zacher
00:22:06
Ich glaube aktuell ist es noch bisschen schwer vorstellbar. Wenn ich jetzt öffentlich lade, dann zeigt er, zur Mittagszeit stecke ich an, dann kann ja so ein Ladevorgang, grad AC-seitig auch mal ein paar Stunden dauern. Und dann habe ich vielleicht grad mal 20 Cent pro Kilowattstunde und dann geht es jetzt, aktuell sieht man diese dynamischen Preise, die haben extreme Schwankungen und das kann dann abend dann auch mal irgendwie Richtung 50 Cent dann hochgehen und das heißt öffentlich dann noch deutlich mehr. Das dann irgendwie den Kunden zu vermitteln. Auf der anderen Seite können ja private Nutzer das ja durchaus schon nutzen, wer dynamischen Tarif hat, dass er dann eben lädt, wenn die Preise gerade günstig sind. Aber da habe ich natürlich meine eigene Ladestation und sage halt, gut, ich stecke an, lade irgendwann das Ding voll, wenn es günstig ist und fertig. Da muss ich ja keinen Durchsatz generieren. das ins öffentliche Netz so zu übertragen, das ist vielleicht nicht unmöglich, aber vielleicht aktuell auch noch ein bisschen zu weit. wo es für Kunden ja schon schwierig ist, die Ladetariflandschaft zu überblicken und irgendwie einen Weg zu finden, wo man wirklich flexibel und auch günstig laden kann. Das ist ja nicht gerade das herausfordernde.
Tamara Ciullo
00:23:19
Genau. Ich glaube, mit all diesen Dingen ist es eins nach dem anderen. Also wir sind ja immer noch in der fixen Preislogik. Jetzt müssen wir erstmal dahin kommen, dass egal, welche Zahlungsmethode man nutzt, dass der gleiche Preis ist. schon, das ist finde ich, ist die größte Hürde des Marktes. Also und auch finde ich, das ist so eigentlich das größte Problem an E-Auto-Akzeptanz, finde ich. Weil also was Leute bewegt, ein E-Auto dann zu fahren, ist Preis. Also ich möchte günstig einkaufen, das E-Auto. Ich möchte dann aber auch günstige Instandhaltungskosten haben. Und dazu gehört eben auch günstig laden. Und ich glaube, das müssen wir erstmal in die Köpfe kriegen der Nutzer. Dass hey, egal wie du jetzt lädst, egal was du benutzt, an die Energie zu kommen, es ist der richtige Preis des Betreibers. Und du musst nicht erstmal noch 10.000 Mal überlegen, mit welcher Ladekarte ich jetzt bezahlen sollte, damit ich nicht abgezockt werde. Und ich glaube, das ist so ein bisschen das, was die größte Hürde ist, die wir jetzt am Markt erstmal überwinden müssen. Und dann kann... Dann kommen dynamische Preise, aber dynamische Preise hat nichts. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Das eine ist so ein Basic Need, das sollte einfach geklärt werden, dass nicht die Zugangsmethode den Preis entscheidet. Das andere ist einfach dynamische Preise transparent dargestellt, planbar dargestellt. Ich glaube, das ist der zweite Schritt. Und das ist jetzt wirklich der Schritt, der zu besseren Auslastungsmustern führen kann an der Ladestation, was auch zu besseren Preisen führt, langfristig.
Valentin Buss
00:24:45
Mir fiel nur grad noch zu diesem längeren Ladevorgang an. Ist es ja heute schon teilweise so bei Cariqa, dass ich morgens sieben hab ich einen niedrigeren Preis als dann acht oder so. Wenn ich jetzt kurz vor acht anstecke zu dem niedrigeren Preis, gilt der dann für den ganzen Ladevorgang oder gilt der sozusagen bis Punkt acht Uhr für die bis dahin geladene Kilowattstunde und ab da erhöht sich das.
Tamara Ciullo
00:25:13
Es gilt der Preis, wenn du einsteckst.
Valentin Buss
00:25:16
Okay, also der bleibt dann auch stabil.
Tamara Ciullo
00:25:19
Genau. Wenn der Preis sich 9 Uhr ändert und du 8.59 Uhr einsteckst, dann gilt der Preis von 8.59 für den ganzen Ladevorgang.
Marcus Zacher
00:25:28
Siehst du denn auch die Chance? jetzt gerade das Thema, was ich am Anfang hatte, für jeden Betreiber braucht man eine eigene App, eigentlich so nicht den günstigsten, aber einen vergünstigten Preis zu bekommen. Wenn ihr jetzt mehrere CPOs bei euch akquiriert, welcher Preis ist denn der, den ihr dann in der Regel bekommt? Ist das der Ad-hoc-Preis, der in einer Ladestation gezahlt wird? Ist das irgendein Partnerpreis? Ist es der Vorteilspreis oder was auch immer? Da gibt es ja im Prinzip für jeden Betreiber inzwischen Ja, locker mal 2, 3, 4 verschiedene Preismodelle. Welchen kriegt ihr da im Prinzip durchgereicht?
Tamara Ciullo
00:26:03
Es kommt ganz auf den Betreiber an. bei den meisten ist der Ad-hoc-Preis mit Dynamiken inkludiert und bei anderen dann wieder ein Preis, wo sie sagen, hey, damit wollen wir einfach die Lücken füllen. Aber es kommt komplett auf die Betreiber an, was für einen Preis sie einstellen. Aber in der Regel ist es Ad-hoc und dann aber Dynamiken eben zu schlecht ausgelasteten Zeiten.
Marcus Zacher
00:26:25
Also dass es da dann nach unten geht sozusagen ein bisschen. Aber es heißt jetzt seid auch noch ein Stückchen davon entfernt, dass man so eine Ladeapp hat und ich habe jeweils den, sag mal, besten Nicht-Abo-Preis. Das wäre eigentlich so für mich der Wunsch, dass ich dann irgendwie vielleicht auch andere, also mein Verträge auch irgendwie integrieren kann oder so. Also dass man halt immer die Möglichkeit hat wirklich zum Vorteilspreis zu laden, ohne irgendwo Abos abschließen zu müssen. Das macht ja doch bei einigen Anbietern locker mal 10, 15 Cent.
Tamara Ciullo
00:26:56
Genau. Ja, ich glaube dadurch, dass wir bei Cariqa die direkten Preise haben der Ladestationsbetreiber, sind wir generell schon an sich schon viel günstiger als alle anderen praktisch, also bei den direkt angebundenen CPOs. Einfach weil wir keine Marge oben drauf machen. Also selbst wenn man den B2B-Roaming-Preis benutzt und den einfach an die Kunden weitergeben würde, ist da noch mal ein bisschen eine Dynamik oben drauf bei Cariqa und wir müssen halt kein Geld mit der Energie verdienen, weil wir nicht die Energieverkäufer sind. Deshalb ist bei Cariqa generell hat man auf jeden Fall die Möglichkeit, sehr, sehr günstig die Energie zu kaufen, weil es eben direkt kommt. Nicht weil wir verhandeln mit den Preisen, nicht weil wir uns einmischen, sondern weil wir einfach sagen, hey, der Markt regelt sich selbst, die Ladestationsbetreiber sind Herr ihrer eigenen kommerziellen Struktur und Preise und da würden wir uns auch niemals einmischen. Also das ist für uns wichtig. Und als Kunde habe ich einfach mit Cariqa die Möglichkeit, direkten Preis mehr zu holen. Und das bedeutet, ist keine Marge auf die Energie drauf geschlagen.
Marcus Zacher
00:28:07
Das heißt aber auch die Betreiber haben da im Prinzip auch noch eine Option, das alles immer ein bisschen anzupassen. Also hängt da ein bisschen auch an dem, was die Betreiber eben damit mit eurer Plattform anstellen. Die könnten sozusagen auch euch sagen, seid so eine Art Premium-Plattform und vergünstigen dann die Preise damit.
Tamara Ciullo
00:28:28
Ja genau, die meisten machen das auch. Also die meisten CPOs sehen uns als direkten Vertriebskanal und so behandeln die meisten uns auch. Das bedeutet, bei den meisten kriegen wir einfach den App-Preis durchgereicht. Oder eben so in dieser Art. Weil ich glaube für die ist es ganz wichtig, also je mehr du selbst verkaufen kannst und je mehr der Kunde auch dein Kunde ist, desto besser. Wie du den Kunde kriegst ist egal, aber es ist einfach wichtig, dass dass es dein Kunde ist. ich glaube, ist extrem wichtig für die. Deshalb erstellen viele CPOs diese Apps selbst. Also der Grund, weshalb viele Ladestationsbetreiber eigene Apps haben, ist eigentlich nur ein Grund, weil der Markt einfach falsch aufgebaut wurde. Und viele Ladestationsbetreiber, die eine eigene App haben, sagen, hey, ich möchte eigene Kontrolle. Ich möchte den Kunden als meinen Kunden. Ich möchte nicht immer über Reseller meine Energie verkaufen. Daher kam dieses Betreiber-App-Dilemma. Und ich glaube, viele Betreiber haben, wie gesagt, eine eigene App, weil sie einfach sagen, hey, ich muss ja irgendwie die Kunden für mich gewinnen. die Reseller alles über mich verkaufen, dann kommen die später wieder zu mir und wollen große Discounts von mir und sagen, hey, wir bringen dir X Millionen von Kunden und machen die Hand auf und sagen, ja, jetzt verkaufe mal deine Energie für mich für günstiger. Und das willst du ja auch nicht. Also du möchtest ja schon noch bisschen Kontrolle haben über deine Infrastruktur. Man möchte es nicht, dass jemand anders dir die ganze Nachfrage bringt und du komplett die Kontrolle verlierst und dann zu Kosten verkaufen müsstest, eventuell. Und das ist genau diese Gefahr. das App-Wirrwarr wird noch bestärkt durch den Markt und wieder aufgebaut ist.
Valentin Buss
00:30:16
Das heißt aber bei euch, seht euch einfach als Marktplatz, wie Amazon Marketplace und die anderen, die die CPOs können dann eben bei euch ihren Strom auf dem Marktplatz anbieten und dann gilt natürlich einfach der Wettbewerb. Wer es am billigsten anbietet, kriegt die meisten Kunden.
Tamara Ciullo
00:30:33
Ja, genau. Mit Marktplatz haben wir es Anfang immer angepriesen und gesagt, wir sind ja wie ein Marktplatz. Es wurde oft mehr oder weniger verstanden. Aber ja, jetzt ist es eben, wir sind ein Marktplatz, dem verschiedene andere Betreiber integrieren können und dadurch eben die anderen, die werden dann wie Affiliates, also zum Beispiel A Better Routeplanner ist wie ein Affiliate, der für den CPO die Energie zur Schau stellt und dann aber TEAG Mobil in dem Fall oder Mer der direkte Verkäufer auf A Better Routeplanner ist. Also es ist wie ein Marketing Channel eigentlich nur noch diese Apps und dann der direkte Verkäufer bleibt dann eben wie bei einem Marktplatz eben auch der Betreiber.
Marcus Zacher
00:31:11
Ich glaube, du wolltest noch mal bisschen klarer, was eure Rolle ist und dass das halt nochmal der Unterschied ist zu so einem klassischen Roaming-Anbieter, der halt ganz viele Verträge mit allen möglichen CPOs macht und dann halt immer seinen Aufschlag dazu. Dadurch ist eigentlich das Roaming, also diese reinen Roaming-Anbieter, sind ja im Prinzip uninteressant geworden, weil die einfach immer zu teuer sind. Das war früher interessant, an Energie zu kommen und ist immer noch. ab und zu vielleicht eine gute Notlösung, wenn man jetzt irgendwie keine passende Karte oder App dabei hat. Aber wenn man preisoptimiert laden will, ist es eigentlich nur noch ein Notnagel im Endeffekt. Das ist dann wahrscheinlich der große Unterschied. Ich hatte ja vorhin schon mal das Beispiel von der TEAG Mobil angesprochen. Da waren lange statische Preise und jetzt habt ihr zusammen mit dem Betreiber diese dynamischen Preise eingeführt. Vielleicht kannst du zum Abschluss noch mal erläutern, was die Folgen davon waren. Das ist vielleicht das Spannende, die Theorie, aber wie wirkt sich das jetzt wirklich in der Praxis auch aus?
Tamara Ciullo
00:32:12
Ja, absolut. Also wie du gesagt hast, TEAG Mobil ist einer der Anbieter, die super viel experimentiert und auch offen für Neues ist. Deshalb macht es echt wahnsinnig viel Spaß mit denen zusammenzuarbeiten. Und genau bei dieser Fallstudie, die wir da gemacht haben, hat es bei TEAG Mobil tatsächlich dazu geführt, dass sie siebenfach so viele Ladevorgänge über Cariqa und Cariqa Partner hatten. Und was bei TEAG Mobil auch extrem interessant war, sie hatten halt eine Spitzenstunde, also immer so... Am 17 Uhr sind 16 Prozent, glaube ich, dieser Ladevorgänge haben da stattgefunden. Und das wollten sie so bisschen verschieben. Also, nicht alles immer 17 Uhr und alle hinfahren, sondern dass sich das so bisschen über den Tag verteilt. Und das haben wir geschafft. 17 Uhr haben wir das gesenkt auf 10 Prozent der Ladevorgänge. Und die Kunden haben sich einfach ein bisschen mehr über den Tag verteilt durch diese Auslastungsdynamiken und die Bepreisungen dadurch dann. Und das hat natürlich, war dann ein Riesenerfolg. Und ja, deshalb, das sieht man mal wieder, weil oft sind die Stimmen in der Branche, keine interessieren die Preise, die E-Autofahrer bewegen sich nicht, je nachdem, ob es günstigere Preise sind, was für mich total absurd ist, dieses Denken. Aber bei vor allem Privatkunden wie mir, da zählen die Preise extrem viel. mich bewegen die auch und ich sag dann, okay, ja, jetzt lade ich nicht, wenn es gerade viel los ist, wenn alle anderen laden, sondern ich geh halt eine Stunde später und dann kann ich 10 Cent sparen pro Kilowattstunde. Also das macht bei mir zum Beispiel einen großen Unterschied und ich bin Privatnutzer und so ist es auch am Markt jetzt zu sehen und ich glaube, sind am Markt immer noch dieses Flotten-Denken gewöhnt. Der Markt hat halt extrem viele Flottenkunden gehabt und hat immer noch extrem viele Flottenkunden und denen ist es ja egal, was es kostet. Aber jetzt der Massenmarkt, der wird zunehmend preissensitiv und da werden wir die Verschiebungen wirklich sehen und dieses TEAG Mobil-Beispiel wird sich noch weiter ausdehnen, glaube ich.
Valentin Buss
00:34:09
Ja, und am Ende ist das ja auch nicht nur ein finanzielles Thema, sondern auch, ich sag mal so Stromnetzauslastung, Netzstabilität, Wechsel auf erneuerbare Energien. Du hattest ja mal gesagt, Wetter könnte zum Beispiel auch ein Faktor sein, Strom dynamisch zu machen. Wenn viel Sonne da ist, dann ist es billiger und so weiter. Ja. Also diese Dynamisierung, auch wenn es für manchen vielleicht dann eine zusätzliche Komplexität darstellt. Noch eine Sache, an die ich vielleicht mal denken muss. bringt dabei auch sehr viel Nutzen in Summe für alle Bereiche.
Tamara Ciullo
00:34:42
Ja genau und ich glaube solange wir es planbar und transparent gestalten, diesen Switch, dann kann das wirklich nur zu positiven Dingen führen, weil man eben auch wirklich die günstigen Preise ausnutzen kann, wenn man ein bisschen Planung reinbringt.
Valentin Buss
00:34:57
Ja, das ist ein schönes Schlusswort.
Marcus Zacher
00:34:59
Vielen Dank Tamara, dass du bei uns im Podcast warst und dir mal Einblicke gegeben hast, wie das dynamische Pricing funktioniert und dass das ein Konzept ist mit Zukunft und dass wir damit in den kommenden Jahren noch viele weitere Modelle sehen werden, die irgendwo in einer Form dynamisch sind. genau, das hast du erläutert, das ist vielleicht gerade noch bisschen eine Erfindung und hängt vielleicht auch von Betreiber zu Betreiber ein bisschen ab. Aber daran werden wir uns, glaube ich, gewöhnen müssen. Aber ich denke auch, das hat am Ende das große Potenzial, das Laden auch günstiger zu machen, wenn man es entsprechend nutzt und sich diese Dynamiken eben zu eigen macht. Ja, vielen Dank. Und ja, wir haben jetzt gleich noch eine kleine Ankündigung an unsere Zuhörerschaft. Dazu gleich mehr.
Tamara Ciullo
00:35:50
Vielen Dank euch.
Valentin Buss
00:35:52
So an der Stelle ist der Podcast normalerweise vorbei, aber für uns geht die Arbeit da teilweise erst richtig los, denn der ganze Podcast will ja jetzt noch geschnitten werden.
Marcus Zacher
00:36:02
Natürlich muss der Podcast auch hochgeladen werden in unser Hosting-System. Dann müssen die Shownotes erstellt werden. Wir müssen die Kapitelmarken setzen, die Bilder hinzufügen. Und natürlich müssen wir auch dafür sorgen, dass am Ende auch ihr überhaupt mitbekommt, dass eine neue Folge hier online ist.
Valentin Buss
00:36:21
Ja, und auch in der Vorbereitung, die Themen rauszusuchen, mit den Leuten die Aufnahmetermine zu koordinieren. All das ist natürlich Arbeit, die man am Ende im Produkt vielleicht nicht sofort sieht, doch merkt, dadurch, dass der Podcast dann eben am Ende gut wird. Und damit das noch besser funktioniert in Zukunft, suchen wir jetzt Unterstützung.
Marcus Zacher
00:36:42
Ja, und zwar brauchen wir jemanden, der Spaß am Podcasten hat, beziehungsweise an dem Drumherum am Podcast und uns eben bei den genannten Arbeiten unterstützt. Das heißt, die Themen mit uns abstimmt, Ansprechpartner organisiert, den Podcast in der Form weiterentwickelt und aber auch die Nacharbeit durchführt. Und da suchen wir jemanden, der zunächst einmal in den ersten Wochen bei uns im Büro in Stuttgart arbeitet. Aber später kannst du natürlich dann auch von zu Hause arbeiten. Vieles kann man im Homeoffice machen. Das ist auch unser Ziel, dass es so läuft. Und du würdest dann bei uns in einem Minijobverhältnis arbeiten.
Valentin Buss
00:37:20
Es ist auch nicht notwendig, dass du dich super gut schon auskennst mit Elektromobilität, solange du natürlich die Motivation hast, dich da ein bisschen in die Themen soweit auch reinzufuchsen.
Marcus Zacher
00:37:32
Genau, also du musst keine Ladekurven auswendig kennen, aber Interesse an Elektromobilität schadet natürlich nicht, wenn man hier bei uns mit dem Podcast arbeiten will. Wenn das für dich spannend klingt, dann freuen wir uns über deine Bewerbung. Infos dazu findest du in unserer Stellenanzeige. Den Link dazu packen wir in den Shownotes und die Bewerbung kannst du dann an hr@elektroautomobil.com schicken.
Valentin Buss
00:37:56
Also an hr@elektroautomobil.com. Wir freuen uns auf Dich und sind gespannt schon auf Eure E-Mails.
Marcus Zacher
00:38:02
Dann bedanken wir uns wieder bei euch fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.

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